Wahrnehmung und Achtsamkeit trainieren

Deine Wahrnehmung ist entscheidend. Du nimmst das wahr, worauf du deinen Fokus, deine Aufmerksamkeit richtest. Danach gestalten sich die Bilder und der Rahmen deines Lebens. (siehe vorheriger Blog)

Das Bewusst-im-Hier-und-Jetzt-sein, das bewusste Wahrnehmen, stärkt unseren Geist und unseren Umgang mit anderen. Es gibt mittlerweile viele Untersuchungen die den positiven Einfluss von Achtsamkeit auf unseren Organismus belegen. Bereits wenige achtsame Momente am Tag erhöhen die Lebensqualität, machen zufriedener im Beruf und können sogar einem Burnout vorbeugen.

 

Aber wie oft laufen wir unbewusst, unachtsam durch den Tag? Bestimmt kennst du das nachfolgende Beispiel oder ähnliche Situationen. Du kommst nach Hause, legst deinen Schlüsel ab und hast schon wieder hundert Gedanken im Kopf: Der Geschirrspüler muss ausgeräumt werden, der Hund muss gassi gehen, die Präsentation für das Meeting morgen auf der Arbeit muss noch mal durchgeprobt werden usw. Fast automatisch erledigst du deine Aufgaben. Dann willst du noch mal vor die Tür - aber wo ist der Schlüssel? Weil du so viele Gedanken im Kopf hast, hast du gar nicht mitbekommen, wo du deinen Schlüssel eigentlich abgelegt hast. Solche oder ähnliche Situationen erleben die meisten von uns immer wieder.

 

Doch Achtsamkeit lässt sich trainieren - ganz ohne Schischi und besondere Hilfsmittel. Beginne mit kleinen Übungen. Versuche sie bewusst in deinen Alltag zu integrieren. Halte für kurze Momente inne und sei achtsam. So kannst du beginnen, deine Wahrnehmung, dein Bewusstsein und damit dich selbst zu stärken. Probiere die nachfolgenden Tipps am Besten selbst mal aus.

 

Übung*

Nimm eine Traube in die Hand und betrachte diese ganz genau. Da gibt es einiges zu entdecken, was dir vorher noch nie aufgefallen ist. Rolle die Traube zwischen deinen Fingern und halte sie dabei an dein Ohr. Macht sie dabei ein eigenes Geräusch? Wahrscheinlich nicht. Höre trotzdem genau hin. Wie riecht die Traube? Wichtig ist, dass du dich dabei konzentrierst und all deine Sinneseindrücke wahrnimmst. Nimm die Traube in den Mund, aber zerbeisse sie nicht gleich. Nimm erst einmal die Oberfläche wahr. Wie fühlt sie sich an? Erst dann darfst du draufbeißen. Achte dabei genau darauf, was dabei passiert. Versuche zu beschreiben, was dir deine Sinneseindrücke vermitteln. Das ist der erste Schritt in Richtung Achtsamkeit. Du kannst die Übung natürlich auch. z. B. mit einem Apfel oder mit Schokolade :-) durchführen.

 

Es gibt viele weitere Möglichkeiten, wie du deine Wahrnehmung und Achtsamkeit im täglichen Leben trainieren kannst.

  • Beobachte beim ersten Bissen deines Mittagessens wie wer sich im Mund anfühlt. Wie schmeckt er?
  • Schule deine Selbstwahrnehmung, indem du z. B. beim Blick auf die Uhr kurz darauf achtest, wie es dir gerade geht. Wie fühlen sich deine Hände gerade an? Sind sie warm oder kalt? Wie fühlen sich deine Füße, dein Nacken genau in diesem Moment an?
  • Überlege dir, bei welchen täglichen Abläufen du sonst noch kleine Achtsamkeitsübungen einbauen könntest, z. B. beim Zähneputzen, beim Duschen, beim Warten auf den Bus...
  • Suche dir ein Thema aus, auf das du ab jetzt ganz genau achten willst: Essen, Designs, Texte, Pflanzen, Farben etc.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken neuer Sinneseindrücke.

 

 

*Quelle: Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt, Kapitel 5 Lernen Sie tauchen! Bewusstsein und Achtsamkeit (Christiane Stenger)

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