Der Bilderrahmen - deine Wahrnehmung

Bestimmt kennst du Bilder, wie z. B. dieses hier. Was siehst du?

Es könnte eine Vase vor einem schwarzen Hintergrund sein. Oder doch zwei Gesichter auf einem weißen Hintergrund?

Die Wahrnehmung ist bei jedem Menschen individuell. Du siehst immer das, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Jeder Mensch neigt dazu, das wahrzunehmen, was ihm im Moment ein Bedürfnis ist oder was er erwartet wahrzunehmen. Bestimmt kennst du das aus eigener Erfahrung. Jemand hat dir z. B. gesagt, dass die Person X nicht die hellste ist und man alles dreimal erklären muss. Oder dass die Person Y ganz schön eingebildet ist und auch nur teure Marken-Klamotten trägt. Wie hast du daraufhin die Personen wahrgenommen?

 

Du gehst mit einem Bilderrahmen durch dein Leben. Du siehst das Bild, das in deinen Rahmen passt. Und ob dir das Bild gefällt oder nicht, dafür kann schon allein der Bilderrahmen entscheidend sein.

Durch deine Aufmerksamkeit gestaltet sich dein persönliches Bild und durch deine Erfahrungen und Einstellungen dein Bilderrahmen. Nimm dein Bild wahr. Werde dir bewusst was du siehst und fühle den Rahmen. Ist er leicht oder schwer, neu oder schon alt und morsch? Fühle dein Bild. Akzeptiere, dass es da ist. Es gehört zu deinem Leben dazu. Wenn dir dein Bild nicht mehr gefällt oder es dir nicht gut tut, kannst du den alten Rahmen verlassen, indem du deine Wahrnehmung änderst. Wenn du z. B. das nächste Mal von dir denkst, "Ich kann das nicht", dann füge nur ein kleines Wörtchen ein und sage "Ich kann das NOCH nicht". Schon hat der Satz eine ganz andere Wirkung. Oder wenn du den Bus verpasst und dich eigentlich darüber aufregen möchtest, freue dich über die zusätzliche Zeit, die du für dich gewonnen hast, z. B. zum Nachdenken, Lesen, Musikhören etc. Wenn du einen Fleck auf deinen hellen Pulli bekommen hast, der nicht mehr rausgeht, kannst du dich tagelang darüber ärgern - oder das Missgeschick als Gelegenheit sehen, mal wieder shoppen zu gehen und neue Sachen zu kaufen. Deine Wahrnehmung ist entscheidend, denn wie auch schon der Philosoph Epiktet um ca. 50 n. Chr. wusste:

"Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen und Vorstellungen, die wir von den Dingen haben."

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