„Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.“

Lesezeit: ca. 7 min.

 

Fühlst du dich manchmal wie der Frosch, der kaum aus seinem Brunnen, seiner Komfortzone herauskommt?

 

Viele Menschen bewegen sich die meiste Zeit fast ausschließlich innerhalb ihrer Komfortzone. Dort ist es sicher. Dort wartet das Bekannte auf uns. Dort wissen wir, wie wir uns zu verhalten haben und wie die anderen uns sehen. Doch kommen wir zu selten aus unserer Komfortzone heraus, verpassen wir unendlich viele Möglichkeiten, Erfahrungen und Erlebnisse. Wir schöpfen unser Potential quasi nie aus. Im schlimmsten Fall verpassen wir unser Leben. Damit erzähle ich dir bestimmt nichts Neues. Doch da auch mich das Thema beschäftigt, möchte ich mit diesem Blog versuchen, etwas aufzurütteln und Mut zu machen, über den Brunnenrand hinaus zu hüpfen. 

 

Dem Frosch kann in seinem Brunnen nichts passieren - außer die goldene Kugel der Prinzessin aus dem Märchen „Der Froschkönig“ fällt hinein und er versucht ihr diese zurück zu geben. Was wäre gewesen, wenn er im Märchen nicht der Prinzessin ins Schloss gefolgt wäre und auf seinen Forderungen beharrt hätte? Dann wäre er nie zurück in einen Prinzen verwandelt worden. Der Weg dorthin war sicher nicht einfach - der Frosch musste sich sogar gegen die Wand werfen lassen - doch am Ende hat es sich gelohnt. Er wurde von seinem bösen Zauber erlöst und hat die Prinzessin geheiratet.

 

Wenn wir die Komfortzone verlassen

 

Was ist denn das Schlimmste, das passieren kann, wenn wir über unseren Brunnenrand hinausspringen, unsere Komfortzone verlassen? Das sollten wir uns immer wieder fragen, wenn wir dabei sind, wieder einmal hin und her zu überlegen, ob wir dieses oder jenes jetzt tun sollten. Und wäre das Schlimmste wirklich so schlimm? Was können wir aber gewinnen? Stelle dir auch das vor deinem geistigen Auge vor. Wie würdest du dich dann fühlen?

 

Selbst wenn unser Plan schiefgehen sollte, hat es uns am Ende doch etwas gebracht. Nämlich eine neue Erfahrung. Neue Erkenntnisse. Wachstum. Aus Fehlern lernt man schließlich auch. Und wenn es klappt? Noch besser! Dann hat sich unser Wunsch erfüllt, wir haben unser Ziel erreicht. Wir sind glücklich. Gewinnen Selbstvertrauen. Haben nächstes Mal weniger Angst. Unser Mut wächst. Wir sind stolz. Na, wie fühlt sich das an?

 

Was machen wir mit unseren Ängsten?

 

Meist machen wir es uns selbst unnötig schwer. Unsere Ängste halten uns zurück. Angst vor Gesichtsverlust, vor einer Blamage. Angst, als Verlierer dazustehen. Angst davor, was die anderen über uns sagen oder denken. Angst, etwas zu verlieren. Angst davor, was das Neue mit sich bringt. Angst vor einer falschen Entscheidung usw. Und was machen wir mit unseren Ängsten? Entweder versuchen wir diese komplett beiseite zu schieben und zu ignorieren oder wir bekämpfen sie. Beides bringt uns langfristig nicht wirklich weiter. Auch wenn wir die Angst verdrängen, ist sie im Unterbewusstsein immer noch da. Und wenn wir aggressiv gegen sie kämpfen, können wir den Kampf verlieren – wer hat hier den längeren Atem? Also was tun? Das Beste ist es, die Angst anzuerkennen, sich nicht gegen sie zu wehren. Sie ist nun mal da und das ist ok. Denn Angst kann durchaus auch nützlich sein. Sie kann uns vor Gefahren und vor Dummheiten bewahren. Wohl jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst. Du bist nicht allein damit. Verbünde dich mit ihr. Lasse deine Angst da sein. Schau sie dir an. Wie sieht deine Angst aus? Welche Farbe hat sie? Welche Form? Lächle deiner Angst ins Gesicht. Stell es dir vor deinem inneren Auge bildlich vor. Lächle sie an. Gehe auf sie zu. Damit verliert die Angst an Energie und an Macht. Mache das immer wieder, wenn du Angst davor verspürst, deine Komfortzone zu verlassen. Sie ist nichts weiter als ein Gefühl. Sie kann dir nichts antun. Du und dein Herz – ihr seid diejenigen, die eine Entscheidung am Ende treffen sollten. Nicht dein Gefühl der Angst.

 

Mutig zu sein, bedeutet somit nicht, keine Angst zu haben. Es bedeutet, die Angst anzunehmen und trotzdem einen neuen Schritt zu wagen. Als ich angefangen habe, meine Website zu veröffentlichen und Blogbeiträge zu schreiben, hatte ich auch Angst davor, was andere darüber sagen könnten – vor allem die Familie, Freunde oder auch Arbeitskollegen. Auch jetzt frage ich mich vor der Veröffentlichung mancher Blogbeiträge noch: Was denken diejenigen, die das hier lesen? Doch was ist das Schlimmste, was passieren kann? Dass es jemand doof findet oder einen negativen Kommentar schreibt? Na und? Ist das wirklich so schlimm? Mir muss ja auch nicht alles gefallen, was andere tun. Es ist ok. Es darf jeder seine Meinung haben. Und was ist das Beste, was passieren kann? Ich habe dir damit geholfen. Dir gefällt der Beitrag. Du teilst ihn sogar oder empfiehlst mich weiter. Ich fühle mich gut dabei. Ich habe etwas getan, was mir Spaß macht und mir selbst auch weiterhilft. - Und dann: posten… 😊

 

Der zweite Sprung ist gar nicht mehr so schwer…

 

Die Welt außerhalb des Froschbrunnens ist unendlich groß mit unendlich vielen Farben. Wenn wir erst einmal den Sprung aus dem Brunnen hinausgewagt haben, ist der zweite Sprung gar nicht mehr so schwer. Und dann kommt der dritte Sprung. Und dann der nächste… Irgendwann sind wir dann tatsächlich am Meer angekommen. Wir müssen ja gar nicht von heute auf morgen den ganzen Weg auf einmal zurücklegen. Wir können einen Sprung nach dem anderen tun. Einen Schritt nach dem anderen.

 

Das Leben ändert sich ständig. Es ist jeden Augenblick neu. Es ist unmöglich, alles zu kontrollieren und immer in Sicherheit zu sein. Vielleicht kommt irgendwann jemand, und reißt den Brunnen ab. Oder der Brunnen trocknet aus. Spätestens dann müssen wir aus unserer Komfortzone heraus. Vielleicht machen wir uns dann auf den Weg zum Meer. Manchmal werden wir durch äußere Umstände zu unserem Glück gezwungen. Ein auf den ersten Blick scheinbares Unglück oder eine falsche Entscheidung kann sich im Nachhinein als echter Glücksfall entpuppen. Das Leben ist ein Mysterium. Es will gelebt und erfahren und geliebt werden. Die Verantwortung dafür hat niemand anderes – sondern nur wir selbst.

 

Bist du bereit?

Wenn du Neues wagen möchtest, wenn du deine Komfortzone endlich verlassen möchtest und es dir trotzdem schwerfällt, hier ein paar kleine Tipps:

  • Frage dich immer: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Und ist das wirklich so schlimm? Was kann Großartiges passieren? Wie würde sich das anfühlen?
  • Schreibe auf, was du tun möchtest – so hast du es schwarz auf weiß.
  • Und setze dir eine Deadline, damit du es nicht immer weiter aufschieben kannst.
  • Am besten erzählst du vielleicht auch noch jemandem davon – der- oder diejenige kann dann immer mal bei dir nachfragen oder dich motivieren.
  • Es müssen keine großen Sprünge sein, auch kleine Sprünge sind ok. Wenn du ein großes Ziel hast, überlege dir kleinere Zwischenziele.
  • Und ganz wichtig: Belohne dich. Mache dir selbst eine Freude, wenn du einen Sprung gewagt hast. Das kann z. B. ein leckeres Essen sein, ein Kinobesuch, ein Wellness-Tag, eine Tafel Schokolade, … Überlege dir deine Belohnung schon vorher. Das motiviert dich noch einmal zusätzlich.

 

Ich wünsche dir ganz viel Mut und Freude auf dem Weg vom Brunnen zum Meer.

 

Wenn du dir persönliche Unterstützung wünschst, schreibe mir gern eine Nachricht.

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